Worum geht es im Unternehmermodell?

 

 

Worum geht es im Unternehmermodell?

Es geht um die entscheidenden Voraussetzungen für den Erfolg Ihres Unternehmens: die Sicherheit und Gesundheit Ihrer Mitarbeiter.

Ziel des Unternehmermodells ist es, die Gesundheit und damit Arbeitskraft und Leistungsfähigkeit Ihrer Mitarbeiter dauerhaft zu erhalten bzw. zu fördern. Gerade kleine Unternehmen sind von unfall- oder krankheitsbedingtem Arbeitsausfall besonders stark betroffen. Fehlende Mitarbeiter können nur sehr schwer ersetzt werden.

In den meisten industrialisierten Ländern liegt die Verantwortung für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz beim Unternehmer. Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, auch zusammenfassend als Arbeitsschutz bezeichnet, erfordern angesichts der heutigen hoch- technisierten Arbeitswelt das Wissen von Fachleuten. 

In allen Staaten der Europäischen Union ist der Arbeitgeber verpflichtet, sich in Sachen Arbeitsschutz durch Fachleute beraten zu lassen. Das sind insbesondere Fachkräfte für Arbeitssicherheit (Sicherheitsfachkräfte) und Betriebsärzte. Sie sind die Unternehmensberater für den Arbeitsschutz.

Sicherheitsfachkräfte und Betriebsärzte sollen mit ihrer fachlichen Qualifikation den Unternehmer beraten und ihm helfen, seiner Verantwortung in der richtigen Weise nachzukommen. Sie sind aber keine Kontrolleure oder der verlängerte Arm der Behörde! Sie können weder dem Unternehmer noch den Beschäftigten Weisungen erteilen!

In Deutschland schreibt das Arbeitssicherheitsgesetz grundsätzlich jedem Arbeitgeber vor, Sicherheitsfachkraft und Betriebsarzt zu bestellen oder zu verpflichten, die sogenannte "sicherheitstechnische und betriebsärztliche Betreuung". Diese Vorgabe besteht unabhängig von der Betriebsgröße, soweit mindestens ein Arbeitnehmer beschäftigt wird. In Großbetrieben sind Betriebsärzte und Sicherheitsfachkräfte seit vielen Jahren anerkannte und unentbehrliche Helfer für Führungskräfte und Mitarbeiter.

 

Für welche Betriebe ist das Unternehmermodell geeignet?

Das Unternehmermodell richtet sich an alle Betriebe mit mindestens einem und bis zu 50 Beschäftigten. Teilzeitbeschäftigte werden dabei wie Vollzeitbeschäftigte angerechnet.

Kein Handlungsbedarf besteht für Betriebe ohne Arbeitnehmer.

Betriebe mit durchschnittlich mehr als 50 Beschäftigten müssen ohne Ausnahme die Regelbetreuung nachweisen.

Vorteile des Unternehmermodells

Der Betrieb hat konkrete Vorteile, wenn er sich für das Unternehmermodell entscheidet: 

1. Gezielte, praxisbezogene Information des Unternehmers zum Arbeitsschutz

2. Kostenlose branchenbezogene Handlungs- und Arbeitshilfen der Berufsgenossenschaft für den Arbeitsschutz im eigenen Betrieb

3. Einsatz von Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit entsprechend dem konkreten Bedarf des Betriebes

4. Optimierung der eigenen Betriebsführung

5. Rechtssicherheit

Die zahlreichen Teilnehmer am Unternehmermodell bestätigen in überwältigender Mehrheit die positiven Erfahrungen. Allein im Zuständigkeitsbereich der BG ETEM haben bereits 40 000 Unternehmer an Seminaren zum Unternehmermodell teilgenommen. 

Das Unternehmermodell hilft dem Unternehmer, seinen Betrieb im Hinblick auf den Arbeitsschutz zu organisieren und damit seinen rechtlichen Verpflichtungen im Arbeitsschutz nachzukommen. Dabei werden die Besonderheiten der jeweiligen Branche berücksichtigt. 

Der unternehmerischen Eigenverantwortung kommt eine besondere Bedeutung zu. Der Unternehmer arbeitet häufig selbst in seinem Betrieb mit oder ist zumindest unmittelbar in das Betriebsgeschehen eingebunden, sodass für ihn die betrieblichen Gegebenheiten noch überschaubar sind. 

Unternehmermodell heißt:                                                        Unternehmerische Eigenverantwortung ernst nehmen!

Die Einzelheiten des Unternehmermodells sind in der Anlage 3 zur Unfallverhütungsvorschrift "Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit" (DGUV Vorschrift 2) festgelegt.

Was muss der Unternehmer im Rahmen des Unternehmermodells tun?

Das Unternehmermodell besteht aus folgenden Elementen: 

- einmalige Teilnahme des Unternehmers an bestimmten Seminaren, 

- Gefährdungsbeurteilung durch den Unternehmer im eigenen Betrieb (im Bedarfsfall mit externer Unterstützung),

- regelmäßige Teilnahme des Unternehmers an Fortbildungen (z. B. alle fünf Jahre in Gruppe II),

- bedarfsgerechte Betreuung des Betriebs durch Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit bei bestimmten Anlässen.

Entscheidende Voraussetzung für die Anwendung des Unternehmermodells ist, dass der Unternehmer persönlich an den von der Berufsgenossenschaft festgelegten Seminaren bzw. Fernlehrgängen zum Arbeitsschutz teilnimmt.

Der Unternehmer soll dadurch in die Lage versetzt werden, seinen Bedarf für die betriebsärztliche und sicherheitstechnische Beratung selbst zu erkennen und demgemäß eine bedarfsgerechte Beratung in Fragen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes in Anspruch zu nehmen.

Quelle: BG ETEM

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© Werner Hebendanz